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<title>Karl Haider</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Karl Haider</span></h1>
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<p><b>Karl Michael Haider</b> (* <a href="6._Februar" title="6. Februar">6. Februar</a> <a href="1846" title="1846">1846</a> in <a href="M%C3%BCnchen" title="München">München</a>; † <a href="28._Oktober" title="28. Oktober">28. Oktober</a> <a href="1912" title="1912">1912</a> in <a href="Schliersee_(Gemeinde)" title="Schliersee (Gemeinde)">Schliersee</a>) war ein deutscher Landschafts- und Porträtmaler aus dem Königreich <a href="Bayern" title="Bayern">Bayern</a>.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben">Leben</h2></div>
<p>Karl Haider war der Sohn des Forstmeisters von <a href="Anzing" title="Anzing">Anzing</a>, Max Haider und dessen Ehefrau Therese Fäßler. Den ersten künstlerischen Unterricht genoss Haider bei seinem Vater. Dieser lehrte ihn auf langen Ausflügen durch das Revier genaues Beobachten und detailgetreue Wiedergabe.
</p><p>Einige Jahre verbrachte Haider auf einem musischen Gymnasium in München, um durch diesen Schulbesuch einen soliden Grundstock für eine spätere Ausbildung als Sänger zu legen. Doch bereits während seiner Zeit als Gymnasiast festigte sich Haiders Berufswunsch, Maler zu werden. So bald als möglich wechselte er auf eine private Malschule und konnte später mit Empfehlung seiner Lehrer in München auch die <a href="Akademie_der_Bildenden_K%C3%BCnste_M%C3%BCnchen" title="Akademie der Bildenden Künste München">Akademie</a> besuchen. Dort befreundete er sich schon bald mit <a href="Hans_Thoma" title="Hans Thoma">Hans Thoma</a> und <a href="Wilhelm_Leibl" title="Wilhelm Leibl">Wilhelm Leibl</a>, die ihn beide beeinflussten. Haider schloss sich dann auch dem <a href="Leibl-Kreis" title="Leibl-Kreis">Kreis</a> um seinen Freund Leibl an. Noch heute sieht man in ihm den „Lyriker“ dieser Künstlergruppe. Neben der Landschaftsmalerei interessierte sich Haider aber auch für <a href="Albrecht_Altdorfer" title="Albrecht Altdorfer">Albrecht Altdorfer</a> und <a href="Hans_Holbein_der_%C3%84ltere" title="Hans Holbein der Ältere">Hans Holbein den Älteren</a>. Von den frühen Niederländern bevorzugte Haider unter anderem <a href="Jan_van_Eyck" title="Jan van Eyck">Jan van Eyck</a> und <a href="Rogier_van_der_Weyden" title="Rogier van der Weyden">Rogier van der Weyden</a>.
</p><p>1874 heiratete Haider Katharina, eine Nichte des Bildhauers <a href="Friedrich_Brugger" title="Friedrich Brugger">Friedrich Brugger</a>. Mit ihr hatte er zwei Töchter und einen Sohn, den späteren Maler <a href="Hubert_Haider_(Maler)" title="Hubert Haider (Maler)">Hubert Haider</a> (1879–1971). Bereits im darauffolgenden Jahr ging Haider mit 29 Jahren nach <a href="Florenz" title="Florenz">Florenz</a>, wo er „alte Meister“ kopierte, indem er von ihnen Holzschnitte herstellte. Dort traf er auf den Maler <a href="Arnold_B%C3%B6cklin" title="Arnold Böcklin">Arnold Böcklin</a>, der ihn öfters in seine toskanische Villa einlud. Die beiden Maler befreundeten sich, trotz manchmal gegenteiliger Ansichten bei künstlerischen Themen. Im Frühsommer 1876 kehrte Haider nach München zurück. Dort ließ er sich als freier Maler nieder, erreichte aber trotz Anstrengungen nicht den erwünschten künstlerischen Durchbruch. Alle Museen und Galerien lehnten seine Bilder ab und nur einige wenige private Aufträge sicherten ihm ein äußerst bescheidenes Auskommen. Als 1882 seine Ehefrau Katharina starb, finanzierte der Münchner Maler <a href="Franz_von_Lenbach" title="Franz von Lenbach">Franz von Lenbach</a> die Beerdigung. Auch Haiders Freunde vom Leibl-Kreis, besonders Hans Thoma, halfen immer wieder dem hoch verschuldeten Freund und Kollegen. Auch der Kritiker <a href="Adolf_Bayersdorfer" title="Adolf Bayersdorfer">Adolf Bayersdorfer</a> setzte sich immer wieder für Haider ein.
</p><p>1890 heiratete Haider in zweiter Ehe Ernestine Schwarz; doch diese Verbindung war ebenso kurz wie unglücklich. Mit seiner zweiten Ehefrau hatte er einen Sohn, den späteren Maler <a href="Ernst_Haider" title="Ernst Haider">Ernst Haider</a> (1890–1988). 1894 wurde Haider durch Fürsprache aus der Akademie eine kleine Pension vom Staat bewilligt. Langsam stellte sich nun auch ein künstlerischer Erfolg ein, der sich ebenfalls finanziell auswirkte. Aber zeit seines Lebens kämpfte Haider mit seiner Furcht zu verarmen. 1896 ließ sich Haider mit seiner Familie in Schliersee nieder.
</p>

<p>1897 wurde sein Bild <i>Herbstabend</i> auf der „Münchener Internationalen Ausstellung“ mit einer Goldmedaille prämiert. In den folgenden Jahren unternahm Haider immer wieder kürzere Studienreisen nach Österreich (<a href="Wien" title="Wien">Wien</a>), Ungarn (<a href="Budapest" title="Budapest">Budapest</a>) und Italien (Florenz). Die Eindrücke dieser Reisen schlugen sich später immer in neuen Bildern nieder. Haider vernachlässigte aber dabei in keiner Weise seine Porträts, von denen einige heute noch zu seinen wichtigsten Bildern gehören.
</p><p>Als frühes Mitglied des <a href="Deutscher_K%C3%BCnstlerbund" title="Deutscher Künstlerbund">Deutschen Künstlerbundes</a> nahm Karl Haider bereits an der ersten, noch von den <a href="M%C3%BCnchener_Secession" title="Münchener Secession">Münchener Sezessionisten</a> ausgerichteten DKB-Ausstellung 1904 im <a href="Staatliche_Antikensammlungen" title="Staatliche Antikensammlungen">Königlichen Kunstausstellungsgebäude</a> am Königplatz teil, wo er mit drei Ölgemälden vertreten war.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Anlässlich seines Geburtstages 1911 feierte ihn die <a href="M%C3%BCnchner_Sezession" class="mw-redirect" title="Münchner Sezession">Münchner Sezession</a> mit einer großen Ausstellung. Die <a href="Universit%C3%A4t_Breslau" title="Universität Breslau">Universität Breslau</a> verlieh ihm den Titel <i>Dr.&nbsp;phil.&nbsp;h.c.</i>
</p><p>Im Alter von 66 Jahren starb Karl Haider am 28. Oktober 1912 in Schliersee. Sein Grabmal, 1912 von dem Bildhauer <a href="Hermann_Lang_(Bildhauer)" title="Hermann Lang (Bildhauer)">Hermann Lang</a> geschaffen, ist erhalten. In Schliersee wurde eine Straße nach ihm benannt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Werke_(Auswahl)"><span id="Werke_.28Auswahl.29"></span>Werke (Auswahl)</h2></div>
<div style="column-count:3;">
<ul><li><i>Zwei Mädchen auf der Wiese</i> (1870)</li>
<li><i>Ebenberger Eiche</i> (1871)</li>
<li><i>Selbstbildnis</i> (1875)</li>
<li><i>Portrait Katharina Haider</i> (1875)</li>
<li><i>Portrait Elise Greinwald</i> (1877)</li>
<li><i>Blumenwiese</i> (1878)</li>
<li><i>Der neue Stutzen</i> (1880)</li>
<li><i>Über allen Gipfeln ist Ruh</i> (1886)</li>
<li><i>Moni</i> (1888)</li>
<li><i>Schlierseerin</i> (1891)</li>
<li><i>Frühlingslandschaft bei Hausham</i> (1896)</li>
<li><i>Herbstabend</i> (1896)</li>
<li><i>Das Ostertal mit dem Kienberghorn</i> (1897)</li>
<li><i>Dante und Beatrice</i> (1902)</li>
<li><i>Mädchen mit Blumenstrauß</i> (1904)</li>
<li><i>Heiliger Hain</i> (1905)</li>
<li><i>Selbstbildnis</i> (1906)</li>
<li><i>Bedeckter Himmel</i> (1908)</li>
<li><i>Über allen Gipfeln ist Ruh</i> (1912)</li>
<li><i>Gewitterlandschaft</i></li></ul>
</div>
<ul style="text-align:center" class="gallery mw-gallery-traditional">
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<div class="thumb" style="width: 210px; height: 165px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Der neue Stutzen</div>
</li>
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<div class="thumb" style="width: 210px; height: 165px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Schlierseerin</div>
</li>
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<div class="thumb" style="width: 210px; height: 165px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Frühlingslandschaft bei Hausham</div>
</li>
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<div class="thumb" style="width: 210px; height: 165px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Das Ostertal mit dem Kienberghorn</div>
</li>
</ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Ernst Haider: <i>Karl Haider. Leben und Werk eines süddeutschen Künstlers.</i> Filser, Augsburg 1926.</li>
<li>G. F. Hartlaub (Hrsg.): <i>Karl Haider (1846–1912), Gedächtnisausstellung.</i> Städtische Kunsthalle, Mannheim 1924.</li>
<li>Gerhild Kutschera: <i>Karl Haider.</i> Dissertation, Universität Innsbruck 1962.</li>
<li>Gerhild Kutschera: <cite style="font-style:italic">Haider, Karl Michael</cite>. In: <cite style="font-style:italic"><a href="Neue_Deutsche_Biographie" title="Neue Deutsche Biographie">Neue Deutsche Biographie</a></cite>. (NDB). <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>7</span>. Duncker &amp; Humblot, Berlin 1966, ISBN 3-428-00188-5, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>518–519</span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.deutsche-biographie.de/gnd118719904.html#ndbcontent">deutsche-biographie.de</a>).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Karl+Haider&amp;rft.atitle=Haider%2C+Karl+Michael&amp;rft.au=Gerhild+Kutschera&amp;rft.btitle=Neue+Deutsche+Biographie&amp;rft.date=1966&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=3428001885&amp;rft.pages=518-519&amp;rft.place=Berlin&amp;rft.pub=Duncker+%26+Humblot&amp;rft.volume=7" style="display:none">&nbsp;</span></li>
<li>Karl R. Langewiesche (Hrsg.): <i>Vom deutschen Herzen. Werke neuerer deutscher Maler</i> (= <i>Die blauen Bücher</i>). Langewiesche, Königstein/Taunus 1928.</li>
<li><a href="Susanna_Partsch" title="Susanna Partsch">Susanna Partsch</a>: <i>Haider, Karl</i>. In: <i><a href="Allgemeines_K%C3%BCnstlerlexikon" title="Allgemeines Künstlerlexikon">Allgemeines Künstlerlexikon</a>. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker</i> (AKL). Band 68, De Gruyter, Berlin 2010, ISBN 978-3-598-23035-6, S.&nbsp;11.</li>
<li><a href="Michael_Petzet" title="Michael Petzet">Michael Petzet</a>: <i>Wilhelm Leibl und sein Kreis.</i> Prestel, München 1974, ISBN 3-7913-0087-3.</li>
<li><a href="Wilhelm_Weigand" title="Wilhelm Weigand">Wilhelm Weigand</a>: <cite style="font-style:italic">Haider, Karl</cite>. In: <a href="Ulrich_Thieme" title="Ulrich Thieme">Ulrich Thieme</a>, <a href="Fred._C._Willis" title="Fred. C. Willis">Fred. C. Willis</a> (Hrsg.): <cite style="font-style:italic"><a href="Thieme-Becker" title="Thieme-Becker">Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart</a>.</cite> Begründet von Ulrich Thieme und <a href="Felix_Becker_(Kunsthistoriker)" title="Felix Becker (Kunsthistoriker)">Felix Becker</a>. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>15</span>: <i>Gresse–Hanselmann</i>. E. A. Seemann, Leipzig 1922, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>483–484</span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://archive.org/details/allgemeineslexik15thie/page/483/mode/1up">Textarchiv&nbsp;– Internet Archive</a>).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Karl+Haider&amp;rft.atitle=Haider%2C+Karl&amp;rft.au=Wilhelm+Weigand&amp;rft.btitle=Allgemeines+Lexikon+der+Bildenden+K%C3%BCnstler+von+der+Antike+bis+zur+Gegenwart.&amp;rft.date=1922&amp;rft.genre=book&amp;rft.pages=483-484&amp;rft.place=Leipzig&amp;rft.pub=E.+A.+Seemann&amp;rft.volume=Band+15%3A+Gresse-Hanselmann" style="display:none">&nbsp;</span></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Karl_Haider?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Karl Haider</a></span></b>&nbsp;– Album mit Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Ausstellungskatalog <i>X. Ausstellung der Münchener Sezession: Der Deutsche Künstlerbund (in Verbindung mit einer Ausstellung erlesener Erzeugnisse der Kunst im Handwerk)</i>, Verlagsanstalt F. Bruckmann, München 1904, S.&nbsp;22: Haider, Karl, Schliersee. Abb.&nbsp;39: <i>Mädchen mit Blumen</i>; Abb.&nbsp;61: <i>Charon</i>; ohne Abbildung: <i>Dante und Virgil Beatrice im irdischen Paradies begegnend.</i></span>
</li>
</ol>
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Normdaten&nbsp;(Person): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/118719904">118719904</a></span> | <a href="Library_of_Congress_Control_Number" title="Library of Congress Control Number">LCCN</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.loc.gov/authorities/no2015094625">no2015094625</a></span> | <a href="Virtual_International_Authority_File" title="Virtual International Authority File">VIAF</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://viaf.org/viaf/42632826/">42632826</a></span> | </div>
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